Berechnungsbeispiele und Gegenüberstellung

 

 

"Bei hocheffizient gedämmten Gebäuden können schlecht ausgebildete Wärmebrückendetails den Transmissionswärmeverlust um bis zu 40 Prozent erhöhen."

 

Das folgende Beispiel soll diesen Sachverhalt verdeutlichen. Im Folgenden wird dargestellt, wie sich der Wärmebrückenverlustanteil je nach Dämmstandard eines Beispielgebäudes und der Sorgfalt in der Detailausbildung verändert.

 

wb-beispiele

Bei unserem Gebäude aus den 50er Jahren werden für den ungedämmten und den sanierten Zustand die Transmissionswärmeverluste über die Gebäudehülle mit den zusätzlichen Verlusten von drei beispielhaften Wärmebrücken (Balkonplatte, seitliche Fensterlaibung und Sockel) verglichen. Zur besseren Übersichtlichkeit und zum besseren Verständnis wurden hier nicht sämtliche Wärmebrücken berücksichtigt.

 

 

 

 

Beispiel 1:

Altbau im IST-Zustand

 

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Beispiel 2:

Altbau saniert ohne Wärmebrückenreduzierung

 

bild-tab5tab5

 

 

Beispiel 3:

Altbau saniert mit Wärmebrückenreduzierung

 

bild-tab6tab6

 

 

 

Die Auflistungen der einzelnen U-Werte und Ψ-Werte zeigen, dass sich sich in unserem Beispiel mit der nachträglichen Dämmung der Gebäudehülle der Transmissionswärmeverlust über die flächigen Bauteile um 75 Prozent reduziert. Gleichzeitig erhöht sich dagegen der Anteil der zusätzlichen Energieverluste über die Wärmebrücken auf 26 Prozent. Absolut vergrößert sich der Wärmebrückenverlust damit um das 8-fache. Hätte man in diesem Beispiel sämtliche vorhandenen Wärmebrücken berücksichtigt, wäre der Wärmebrückenverlustanteil sicher auf über 40 Prozent gestiegen.

 

Alleine die drei betrachteten Details Balkonplatte, seitliche Fensterlaibung und Sockel verursachen einen auf die Gebäudehülle von 378 m2 umgelegten pauschalen Zuschlag ΔUWB von fast 0,10 W/(mK). Erst durch eine wärmebrückenminimierte Detailausbildung, in der der Balkon abgeschnitten, das Fenster an die Dämmebene heran gerückt und der Sockel gedämmt wird, reduziert sich der absolute Wärmebrückeneffekt wieder auf den Wert von ca. 4,5 W/K wie im ungedämmten Zustand. Durch den wesentlich besseren Dämmstandard im Beispiel 3 beträgt der Wärmebrückenanteil nur noch ca. 4 Prozent.

 

Man erkennt an diesem Beispielrechnung, dass erst durch eine sinnvolle Wärmebrückenoptimierung eine deutliche Energieeinsparung erzielt werden kann. Gleichzeitig dienen die optimierten Wärmebrücken der Sicherung der Schadensfreiheit und machen das Errreichen von ambitionierten Förderstandards (Effizienzhaus der KfW-Förderbank) deutlich leichter.

 

Allerdings kann es auch vorkommen, dass aus wirtschaftlichen Gründen nicht jede Wärmebrücke energetisch ideal ausgebildet werden kann. Ungeachtet der Energieeinsparung muss einem Fachplaner dann aber bewusst sein, dass Wärmebrücken auch aus Sicht des Baurechts zu vermeiden sind. Als Mindestvoraussetzung sollten die geplanten Detailausführungen stets zu Innenoberflächentemperaturen von deutlich über 12,6°C führen, so dass bei üblicher Wohnraumnutzung die Gefahr von Tauwasserausfall und somit die Schimmelbildung ausgeschlossen ist.